16. Dezember 2009, 20:37
Hohlraumschutz von Autos ist ein Problem, seit es selbsttragende Karosserien gibt. Bei dieser Bauart einer Autokarosserie werden profilierte Bleche verwendet, die innen hohle Räume haben. Dazu gehören die Schweller am Fahrzeugboden links und rechts zwischen der vorderen Säule (A-Säule) bis zu hinteren Säule (C-Säule), die das Dach tragen und einen Rahmen für die Autotüren und Seitenfenster bilden. Weitere Hohlräume sind hinter den Kotflügeln, Seitenblechen, in den Türen, in den Kofferaumdeckeln und Motorhauben, an den Front- und Heckschürzen. Auch Motorhalterungen in Rahmenform haben oft Hohlräume.
In den Hohlräumen herrscht eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit, außerdem dienen Hohlräume auch zum Ableiten von Wasser, das sich aufgrund der Luftfeuchtigkeit in den Hohlräumen sammelt.
Aufgrund des geringen oder mangelhaften und manchmal völlig fehlenden Hohlraumschutz, sind Fahrzeuge, die in den 50er und 60er Jahren hergestellt wurden, oft regelrecht von innen verrostet. Den serienmäßigen Hohlraumschutz verbesserten einige Hersteller erst in den 70er und 80er Jahren. Aber kein Hohlraumschutzmittel hält ewig.
Inzwischen wird ein ausreichender Hohlraumschutz oft wieder von den Herstellern vernachlässigt. Jahrelange Rostschutz-Garantien der Hersteller und verzinkte Autobleche beruhigen auch oft den Käufer: “Mein Auto kann nicht rosten, es ist ja verzinkt!”
Denkste! Die Haltbarkeit einer Zinkschicht hängt von ihrer Dicke und den chemischen Einflüssen auf diese Schicht ab. Zink reagiert äußerst freudig mit Salzen und je höher die Salzbelastung ist, z.B. wenn das Fahrzeug in Küstennähe gefahren wird oder in Gegenden mit viel Schnee im Winter, desto schneller kann die schützende Zinkschicht angegriffen und abgetragen werden. Über sauren Regen spricht man heute kaum noch, aber diese Umweltbelastung gibt es heute immer noch – an jeder vielbefahrenen Straße und Autobahn. Hier kann man sich auch schnell selbst davon überzeugen, wie Zink auf die Belastung reagiert: verzinkte Leitplanken weisen bereits nach einigen Jahren erste Rostspuren auf. Die Belastung durch Streusalz im Winter nagt auch an den verzinkten Autoblechen.
Bei Gebrauchtwagen kommt ein weiteres Problem dazu. Das Gebrauchtfahrzeug kann einen Unfallschaden hinter sich haben, der zwar optisch korrekt, aber trotzdem mangelhaft ausgeführt wurde. Das Ausbessern von Schäden in Hohlräumen, in denen nach einem Crash die Zinkschicht Schäden bekommen kann, wird oft völlig vergessen.
Wer ein altes restauriert oder noch lange Fahren will, kommt also um eine Hohlraumkonservierung nicht herum. Und wer ein neues Fahrzeug lange fahren will, kann den Werterhalt mit einem guten Korrosionsschutz verbessern.
Was braucht man für den Hohlraumschutz?
Zunächst einmal ein gutes Hohlraumschutzmittel.
Und bevor man sich an die Arbeit macht, sollte man überlegen, was man selbst machen kann und will.
In Türen, im Kotffügelbereich und an einigen anderen Stellen kann man die Hohlraumversiegelung schnell und Einfach mit Hohlraumschutz in Sprühdosen durchführen.
Professioneller ist die Benutzung von Hohlraumschutzmitteln in 1 Liter Kartuschen oder in Dosen und Kanistern gelieferten Produkten, die mit einer Kartuschenpistole für Hohlraumversiegelungen oder einer Druckbecherpistole mit einem Vorratsbehälter verarbeitet werden.
Die Verarbeitung ist relativ einfach und der Umgang mit einer Hohlraumschutzpistole schnell gelernt. Moderne Fahrzeuge haben an den Stellen, über die man die Hohlräume erreicht, Bohrungen, die mit Hohlraumstopfen verschlossen sind. Die Stopfen können einfach abgenommen und nach der Behandlung wieder in die Bohrungen gedrückt werden. Bei älteren Fahrzeugen fehlen solche Öffnungen oft, dann müssen kleine Bohrungen dort angebracht werden, wo keine tragenden Teile beeinträchtigt werden. Vorteilhaft ist in diesem Fall die Verwendung einer Druckbecherpistole, denn bei dieser Bauart sind die Hohlraumsonden, auch Sprühlanzen genannt, dünner als bei einfacheren Druckluftpistolen, die mit Unterdruck funktionieren. Wo der Hohlraum im Schweller und in den Türen zu finden ist, ist relativ einfach. An anderen Stellen müssen Sie, wenn sie noch nicht an Autos gebastelt haben, suchen. Wer schon selbst Karosseriearbeiten ausgeführt hat, kann auch die meisten Hohlräume schnell selbst finden.
Geeignete Hohlraumschutzmittel
Für den nachträglichen Hohlraumschutz, bei dem man das Auto nicht demontieren kann, sind kriechfähige Produkte besonders gut geeignet. Je höher die Kriechfähigkeit ist, desto mehr kriecht das Schutzmittel auch in kleine Hohlräume, die Sie mit der Hohlraunsonde nicht direkt erreichen können.
Besonders geeignet sind Korrosionsschutzöle mit großer Kriechfähigkeit, kriechfähige Wachse und Korrosionsschutzfett.