Suchmaschinenoptimierer

Jul 23rd, 2010 | By admin | Category: Plagen der Menschheit

Zuerst bestrafte der Herr seine sündigen Kreaturen mit den sieben Plagen. Weil dies nicht genügte, schuf er viele tausend Jahre später das Internet und die achte Plage: Suchmaschinenoptimierer.

Spätestens im Jahr 2008 hatte ich mich daran gewöhnt, dass fast täglich, aber mindestens dreimal pro Woche, ein Anruf kam:

“Sie haben doch eine Webseite / einen Onlineshop? Sie möchten doch bestimmt gerne, dass Sie bei Google und anderen Suchmaschinen ganz oben auf der ersten Seite und dem ersten Platz liegen?”

Ja, wer möchte das nicht? Man möchte mit seinem Onlineshop natürlich ganz oben liegen, jedenfalls für bestimmte Suchbegriffe. Suchmaschinenoptimierer (die rufen immer genau dann an, wenn man es am allerwenigsten gebrauchen kann…) wünscht man natürlich zur Hölle und Mitbewerber in eine benachbarte Gegend.

Es gibt einen guten Grund, Suchmaschinenoptimierer zur Hölle zu wünschen: man weiss nie, ob sie auch für den Mitbewerber und Konkurrenten arbeiten.

Lästig sind sie jedenfalls, ungefähr so wie Läuse oder Fusspilz.

Ende 2009 nahmen die Anrufe von Suchmaschinenoptimierern pro Woche dermaßen zu, dass ich die Anrufe schnell mit den Worten

“Bingo! Sie sind der Tausendste SEO, der mir seine Dienste anbieten will. Sie sollten früher aufstehen.”

und dem anschließenden Auflegen des Telefons beantwortete.

Besonders witzig fand ich, dass mir die keativsten Suchmaschinenoptimierer bereits bei der Eröffnung des Gesprächs anboten, eine meiner Webseiten oder einen meiner Onlineshops für einen Suchbegriff auf Seite 1 bei Google zu bringen, für den ich bereits seit langem auf der ersten Seite zu finden bin.

Inzwischen sehe ich das alles gelassener. Denn zuerst wurden die Plagegeister abgewehrt, indem ich auf den meisten meiner Webseiten da, wo meine Telefonnummer zu finden ist, den Satz einbaute

“Anrufe von Suchmaschinenoptimierern sind unerwünscht.”

Das schreckt nicht alle Plagegeister ab. Es ist wie bei den Mücken: Halten Sie einer Mücke ein Schild hin “Ich habe mich gerade mit Mückentod eingerieben, stech mich lieber nicht!” hat das Biest bestimmt die Brille vergessen und kann es nicht lesen.

Den Rest der Suchmaschinenoptimierer, die anrufen, begrüße ich nun meistens mit den Worten

“Ach so, Sie sind der Mensch, der die Suchmaschinen optimiert! Klappt nur nicht, wie? Google kann meine verlegte Brille nicht finden.”

Bis dem überraschten Anrufer der heruntergefallene Unterkiefer wieder hochklappt, hat man aufgelegt.

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